Donnerstag, 15. August 2013

Film - Dead Mine - Horror









Regisseur Stephen Sheil hat seinen Einstand auf dem Chefsessel im Jahr 2008 mit "Mum and Dad" gefeiert. "Mum and Dad" kann man als heftige Mischung zwischen Torture Porn und klassischem Terrorfilm bezeichnen, der in Deutschland knapp drei Minuten zensiert werden "musste", um eine KJ-Freigabe zu erhalten. Nach diesem Projekt hatte man lange nichts mehr von Sheil gehört - bis heute, denn er meldet sich eindrucksvoll mit dem Horrorfilm "Dead Mine" zurück. Ob er nun ausgewandert ist oder kostengünstig drehen wollte, kann ich nicht beantworten - denn als Produktionsland wurde Indonesien angegeben. Der Cast besteht dennoch nicht komplett aus indonesischen Schauspielern, sondern die Briten Les Loveday und Sam Hazeldine spielen die beiden Hauptrollen.

Der Archäologe Warren Price (Les Loveday) begibt sich mit seiner Freundin Su-Ling (Carmen Soo) und seiner Assistentin Rie (Miki Mizuno) auf eine gefährliche Schatzreise in den indonesischen Dschungel. Schutz bei der Reise gibt dem Trio ein Söldnerkommando unter Führung von Captain Tino Prawa (Ario Bayu) und dem Ex-Soldaten Stanley (Sam Hazeldine). Nachdem sie einen japanischen Bunker gefunden haben, wird die Gruppe von Piraten angegriffen und flüchtet während dem Überfall in diesen minenartigen Bunker. Eine Rückkehr ist ausgeschlossen - denn die Piraten bringen den Eingang mit einer Handgranate zum Einsturz. Sie sind sich bewusst, dass sie nach einem anderen Ausgang suchen müssen und dennoch will Price nebenher den Schatz finden. Die unterschiedliche Gruppe dringt immer tiefer in die Mine hinein und stößt dabei auf grauenvolle Geheimnisse aus dem 2. Weltkrieg...

Nach dem Oberknaller "The Raid" kommt also ein weiterer Film aus Indonesien auf uns zu. Im Gegensatz zu "The Raid" wird "Dead Mine" jedoch direkt auf den Heimmedien veröffentlicht, wobei man hier vielleicht auch dem Film eine Chance als Kinoauswertung hätte geben können. In Zeiten von dem leicht albernen "Mama" oder noch schlimmer, dem seichten PG13-Kinderhorror "House at the End of Street" muss man Horrorfilme (egal welcher Gattung) in den großen Lichtspielhäusern mit der Lupe suchen.

Vergleiche zu "The Descent" muss sich der Film aufgrund der Story gefallen lassen. Auch wenn man tatsächlich beim Ansehen einige Parallelen finden wird, unterscheiden sich die beiden Filme grob und gehen ihre eigenen Wege. Klaustrophobische Winkel gibt es hier nicht und auch keine unerforschten Höhlen, sondern zum größten Teil bestehen die Locations aus heruntergekommen, ausgebauten Minengängen und Räumen, die für ein beklemmendes Gefühl ausreichen.
Mit dem, was die Gruppe erwartet, lässt man sich zu viel Zeit und setzt schwerpunktmäßig erstmal auf eine großangelegte Charakterstudie und Dialoge, die um einiges hätten gestrafft werden können. Umso erstaunlicher ist es, dass viele der Söldner nur physisch anwesend sind und einige von ihnen nichtmals eine Sprechrolle bekamen. Man konzentriert sich auf die von mir fünf genannten Schauspieler und das ist ein fataler Fehler - denn wenn ich diese Konstellation jetzt mal mit anderen Werken vergleiche (beispielsweise "Predator") litt man ja doch mit jedem mit, der den vorzeitlichen Abgang gemacht hat. Hier hätte man eine Schippe drauflegen können, um das Geschehen für den Zuschauer intensiver zu gestalten. Um mehr mit den Söldnern mitzufiebern. Und dennoch: Auch wenn "Schauze halten" angesagt ist, leidet man irgendwie dennoch leicht mit - da können sich viele andere Filme eine Scheibe abschneiden, die uns immer wieder dieselben Kiff-Sauf-Party-Charaktere um die Nase hauen.
Als weiteren negativen Punkt kann man ansehen, dass mir die Rolle des Captain Tino Prawa (Ario Bayu) nicht sonderlich gefallen hat. Denn Söldner fragen und weinen nicht, wenn etwas schief läuft, sondern machen ihr Bestes aus ihrer Situation und erfüllen gleichzeitig auch den Wunsch ihres Auftraggebers. Immerhin werden sie ja dafür bezahlt.

Hat man dann die lange Einleitung hinter sich, die man lediglich als unheimlich und halbwegs spannend bezeichnen kann, geht die Post ab. Denn es gibt hier tatsächlich mehrere Bewohner unterschiedlicher Gattungen. Mehr dazu will ich an dieser Stelle aus spoilertechnischen Gründen nicht erwähnen. Aber mich hat das Geschehen mit dieser Wahl überrannt und auch noch eine tolle Geschichte drum herum gezaubert. Vorallem die letzte Gattung, die wir zu Gesicht bekommen, strahlt eine unheimlich böse Präsenz aus.

Richtige Schwächen kann ich "Dead Mine" nicht vorwerfen. Lediglich dass man sich mit einigen Charakteren viel zu lang beschäftigt hat und andere dafür komplett im Regen stehen lässt, die man schon beinahe als "Statisten" bezeichnen kann, hat mir etwas auf die Spaßbremse gedrückt. Auch wenn das etwas schwammige Ende bewusst so gewählt worden ist, hat es meinen Geschmack nicht getroffen.
Dennoch: Mit "Dead Mine" hatte ich meinen Spaß. Um den Plot herum hat man zuerst subtilen Horror geschmiert, bevor sich das Geschehen auf die bluttriefende Terrorschiene hinablässt. Das Geheimnis um den Schatz hat man (in meinen Augen) als gut durchdachte Geschichte gelöst.
Dennoch lässt mich das Gefühl nicht los, dass hier auch noch wesentlich mehr drin gewesen wäre.

Ich tendiere zwischen 3 und vier Sternen. Da es aber nicht so viele, dieser "Höhlen"-Horrorfilme gibt, werte ich ihn mal auf 4 Sterne auf.

PRODUKT (DVD) Bewertung (Review):

- BILD: solides (HD) 16:9 Vollbild ohne für mich feststellbare Schwächen
- TON: manchmal frontlastig, räumlich wo nötig, Blu-ray: DTS-HD MA 5.1, DVD: DD 5.1
- EXTRAS: Behind the Scenes, Interviews, Featurette
- SONSTIGES: FSK 16 uncut, Wendecover ohne FSK Logo (ggfs. nicht in allen Auflagen enthalten)

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