Sonntag, 7. Februar 2016

Buchrezension - Das Tagebuch der Anne Frank






Inhalt

Dieses lebendige, Einblick gewährende Tagebuch ist seit seiner ersten Veröffentlichung 1947 ein geliebter Klassiker und ein passendes Denkmal für den begabten jüdischen Teenager, der 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen ums Leben kam. 1929 geboren, bekam Anne Frank zu ihrem 13. Geburtstag ein neues, unbeschriebenes Tagebuch geschenkt, nur wenige Wochen bevor sie und ihre Familie im von den Nazis besetzten Amsterdam untertauchen mußten. Ihre wunderbar detaillierten persönlichen Eintragungen zeichnen 25 anstrengende Monate klaustrophobischer, streitgeladener Intimität mit ihren Eltern, ihrer Schwester, einer zweiten Familie und einem älteren Zahnarzt nach, der wenig Toleranz für Annes Lebhaftigkeit zeigt. Der universelle Reiz des Tagebuchs beruht auf seiner fesselnden Mischung aus den schmuddeligen Besonderheiten des Lebens im Krieg (karge, schlechte Mahlzeiten; schäbige Kleider, aus denen man längst herausgewachsen ist, die aber nicht ersetzt werden können; die ständige Angst, entdeckt zu werden) und der offenherzigen Auseinandersetzung über Gefühle, die jedem Heranwachsenden bekannt sind: "Jeder kritisiert mich, niemand erkennt meine wahre Natur, wann werde ich endlich geliebt?" Aber Anne Frank war kein gewöhnlicher Teenager: Die späteren Eintragungen verraten einen für eine kaum 15jährige bemerkenswerten Sinn für Mitgefühl und spirituelle Tiefe. Ihr Tod verkörpert den Wahnsinn des Holocaust, aber für die Millionen, die Anne durch ihr Tagebuch kennengelernt haben, ist er auch ein sehr persönlicher Verlust.

 

Meine Meinung

Das erste Mal habe ich das Buch in den 90ern gelesen, es wurde in unserer Schule als "Schullektüre" eingeführt, daher habe ich auch hier noch eine sehr sehr alte Ausgabe (hatte damals 12,90 DM gekostet ;D) 
Insgesamt habe ich das Buch 3x gelesen und kann es immer und immer wieder zur Hand nehmen.
Zum einen ist es spannend, das Tagebuch eines anderen zu lesen (denn wie oft kommt man dazu, so etwas legal und ohne Folgen zu tun:-) zum anderen ist die Geschichte unheimlich berührend. Der Schreibstiel der Anne wird auch immer besser. Anfangs noch ziemlich kindlich und aufzählhaft, wird der ganze Stil im Laufe der zwei Jahre des Versteckens erwachsener.
Annes Gefühlswelt, ihre Eindrücke und Empfindungen- man ist ihr Begleiter. Man durchlebt mit ihr jeden Streit im Hinterhaus, jede Kriese, jede Träne- sie wächst dir richtig ans Herz. Ein Mädchen, das du nicht kennst und nie kennen gelernt hast. Du kannst ihre Ideale und Träume gut nachvollziehen. Die erdrückende Atmosphäre des Hinterhauses lastet irgendwann auch auf dir. Heimlich und leise muss alles sein. Niemals können die Franks raus in den zwei Jahren. Zwei Jahre! Zwei Jahre, ohne auch nur ohne Angst aus dem Fenster schauen zu können, zwei Jahre zusammen mit Leuten, die schrecklich gemein sind und die du nicht ausstehen kannst... zwei Jahre kein Wind in deinen Haaren, zwei Jahre nichts anderes als das Hinterhaus.
Dass sie dabei nicht verrückt wurde! Ich kann mir das gar nicht vorstellen.
Und das Schlimmste ist die Hoffnung. Die Hoffnung der acht Personen, dass England mit der Invasion die Deutschen aus Holland vertreiben würde und sie Oktober 1944 wieder auf der Schulbank sitzen würde. Und obwohl du weißt, dass es niemals dazu kommen wird, hoffst du mit, du kannst gar nicht anders, du hoffst, dass das Ende beim Lesen ein anderes wird. Du hoffst darauf, dass Anne wieder zur Schule gehen kann, dass sie eines Tages ihre Träume erfüllen wird, dass sie Kinder habe wird und einen Beruf, dass sie den Menschen helfen wird... genauso, wie sie es sich selbst immer gewünscht hat.
Und doch weißt du, dass es niemals so sein wird.

In einem der letzten Eindräge schreibt sie hoffnungsvoll und voller Freude, dass sie in zwei Monaten ein freier Mensch sein wird... und dann, zwei Seiten später der Schriftzug, der einen melancholisch macht: "HIER ENDET ANNES TAGEBUCH..." Und dieser neutrale, einfach Satz drückt nur eines aus: Tod.

Das macht den Wahnsinn des Nationalsozialismus deutlich...

Ich blicke auf das Tagebuch, wo ein Foto von ihr abgebildet ist und mir wird schmerzhaft klar, dass genau DIESES Mädchen so ein Leid durchmachen musste, und hinterher, ein paar Wochen vor der Erlösung durch die Alliierten, an Typhus zu sterben...
Und wie sehr sie die Menschen heute noch inspiriert und dass ihr Tagebuch eins der glaubwürdigsten und bewegensten Zeugnisse ihrer Zeit ist und andauernd auf der Bestseller Liste steht... 




Über konstruktive Kritik (egal ob positiv oder negativ) würde ich mich freuen :D Lasst mir auf jeden Fall eure Bloglinks da, dann schaue ich gerne bei euch vorbei ♥

Kommentare:

  1. Ich habe das Buch zweimal gelesen und mir mehrmals die Verfilmung angeschaut. Schöne und bewegende Rezension, liebe Russkaja :)

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  3. Ich muss es unbedingt nochmal lesen, denn ich habe das Buch damals sehr gemocht. Es war wahnsinnig interessant. :)
    liebst Elisabeth-Amalie

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  4. Ich habe das Buch bereits vor Jahren gelesen und es hat mir gut gefallen, da es einfach sehr interessant war. Ich finde, es ist immer noch viel zu unbekannt und sollte noch von viel mehr Menschen gelesen werden, einfach weil es auch ein wichtiges geschichtliches Dokument ist.
    glg, Nicca von kosmeticca.blogspot.com

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  5. Hachja...das Buch war wirklich toll...ich bin gespannt wie sie den Film umgesetzt haben, so vom Trailer her war er gar nicht so schlecht.
    Aber du hast Recht, was man da gelesen hat, klang wirklich alle sehr echt.

    Liebste Grüße (:

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  6. Ich habe das Buch auch, allerdings habe ich es noch nicht ganz durchgelesen. Ich war in Amsterdam auch in ihrem Haus und das alles ist sehr beeindruckend! Die Geschichte ist einfach unheimlich interessant. Generell interessiert mich das Thema sehr, weshalb ich auch sehr auf die kommende Verfilmung gespannt bin.

    Alles Liebe, Anne
    www.shopaholiccsdreamworld.blogspot.de

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  7. Das Buch möchte ich auch so schnell wie möglich lesen

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  8. Hey meine Liebe. Ich lese ja nur solche Schicksalsbücher aus dem II.WK und kann dir "Wolfskind" (http://www.thalia.de/shop/home/rubrikartikel/ID26096149.html?ProvID=11000522), "Glückskind" (https://www.weltbild.de/artikel/buch/ein-glueckskind_19798314-1) und "die Bücherdiebin" empfehlen, falls du diese noch nicht kennst. Hab einen tollen Tag!♥

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  9. Das Buch will ich nicht lesen, da ich um ehrlich zu sein, nicht glaube, dass ich damit klar kommen werde. Ich glaube, dass es mich unendlich traurig machen würde....

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  10. Hallo liebe Carina,

    ich habe das „Tagebuch“ von Anne Frank auch vor kurzem erst gelesen und vorhin rezensiert und ich hoffe, es ist für dich okay, dass ich deine Rezension in meiner unter der Überschrift “Weitere Rezensionen zu vorgestelltem Buch” verlinkt habe? Falls nicht, melde dich einfach kurz bei mir und ich lösche dich wieder raus, ja? 😉 Hier der Link:
    Tagebuch von Anne Frank

    Alles Liebe ♥,
    Janine

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